Studienplatz einklagen

Home/Studienplatz einklagen
Studienplatz einklagen 2017-11-10T07:16:05+00:00

Wie lange dauert die Studienplatzklage?

Jedes Jahr ist die Unsicherheit für Abiturienten und Studienbewerber groß. Werde ich einen Platz für mein Wunschstudium erhalten? Werde ich an meiner Lieblingsuniversität angenommen oder muss ich am anderen Ende Deutschlands studieren? Die Zeit der Ungewissheit wird noch länger, wenn du mit Hilfe einer Studienplatzklage einen Studienplatz erhalten willst. Wie lange eine Studienplatzklage dauert, ist dabei immer vom Einzelfall abhängig und davon, wie viele der einzelnen Klageschritte durchlaufen werden müssen.

Die Bewerbung

Auch die Studienplatzklage beginnt in der Regel mit einer normalen Bewerbung. Je nach gewünschtem Studiengang bewirbst du dich dabei bis zum 15. Januar oder 15. Juli für das Folgesemester (für Altabiturienten gelten frühere Fristen) bei der „Stiftung für Hochschulzulassung“ oder direkt bei der Hochschule, wobei hier die Bewerbungsfristen der jeweiligen Hochschule gelten. Bei Studienplätzen, die über die „Stiftung für Hochschulzulassung“ vergeben werden, erfolgt dann die Entscheidung über die Vergabe bis Februar oder März für das Sommersemester und bis August und September für das Wintersemester. Die Hochschulen selbst vergeben ihre Studienplätze in der Regel in einem ähnlichen Zeitrahmen. Bis Mitte März oder September haben daher die meisten Interessenten Gewissheit darüber, ob sie direkt ins Studium starten können oder eine Klage anstreben müssen.

Der außerkapazitäre Antrag

Grundlage für eine Studienplatzklage im Falle einer Ablehnung der Bewerbung ist die Annahme, dass die Hochschulen noch über weitere Studienplätze verfügen, beispielsweise durch fehlerhafte Berechnungen der vorhandenen Plätze. Diese als vorhanden angenommenen Plätze sind im abgeschlossenen Bewerbungsverfahren aber nicht vergeben worden. Nach einer Absage auf deine Bewerbung stellst du also zunächst einen „Antrag auf Zulassung außerhalb der festgesetzten Kapazität“ bei deinen Wunschhochschulen oder legst Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid ein, um einen dieser vermuteten Studienplätze zu erhalten. Meist laufen die Fristen für diesen Schritt bis April für das Sommersemester und Oktober für das Wintersemester, in einigen Bundesländern gelten aber auch frühere Fristen. Teilweise stimmt die Hochschule bereits an diesem Punkt mit einem Vergleich innerhalb weniger Wochen doch einer Zulassung zum Studium zu. Dann kann der Studienplatz teilweise sogar schon zu Semesterbeginn zur Verfügung stehen.

Der gerichtliche Eilantrag

In der Regel erfolgt jedoch eine Ablehnung des außerkapazitären Antrages bzw. des Widerspruches. In diesem Fall musst du nun beim zuständigen Verwaltungsgericht einen Eilantrag stellen. Dieser Eilantrag auf die vorläufige Zulassung zum Studium bei der gewünschten Hochschule ist das eigentliche Kernstück im Gesamtablauf der Studienplatzklage. Das Verwaltungsgericht lässt sich nun von der Universität die Berechnung der Anzahl der verfügbaren Studienplätze offenlegen. Entscheidet das Gericht, dass tatsächlich mehr Studienplätze vorhanden sind, als im Bewerbungsverfahren vergeben wurden, steigen deine Chancen, dass die Klage auch zu einem Studienplatz führt. Die zusätzlich verfügbaren Studienplätze werden nun unter allen Personen verteilt, die einen Eilantrag gestellt hatten. Haben sich mehr Personen mit einem solchen Antrag der Klage angeschlossen, als zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen, werden die Plätze in der Regel unter allen Antragstellern verlost. In manchen Fällen können auch Noten oder Wartezeiten die Entscheidung über die Vergabe beeinflussen. Erhältst du in diesem Vergabeverfahren einen Platz, ist dieser jedoch aufgrund des Eilantrages nur vorläufig und muss noch im Hauptverfahren gerichtlich bestätigt werden. Allerdings widerruft das Gericht dort nur in den seltensten Fällen seine Entscheidung über die zusätzlichen Studienplätze. Auch wenn im Eilverfahren bereits ein vorläufiger Studienplatz vergeben wird, dauert dieser Prozess dennoch in der Regel mehrere Wochen oder sogar Monate. Deinen Studienplatz kannst du dann in der Regel erst spät während des bereits laufenden Semesters oder sogar erst zum nächsten Semester antreten.

Die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht

Hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass über die im Bewerbungsverfahren vergebenen Plätze hinaus keine weiteren Studienplätze zur Verfügung stehen, kannst du gegen diese Entscheidung eine Beschwerde einlegen. Dafür hast du 14 Tage Zeit, für die zugehörige Begründung der Beschwerde einen Monat. Das nun zuständige Oberverwaltungsgericht prüft diese Beschwerde und entscheidet, ob du doch noch einen weiteren Studienplatz erhältst. Gegen diese Entscheidung ist kein Widerspruch mehr möglich. Allerdings haben nicht nur die angehenden Studenten die Möglichkeit, beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde einzulegen. Auch die Hochschule kann hier gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts vorgehen. Bekommt sie Recht, kannst du den Studienplatz, der dir in erster Instanz vom Verwaltungsgericht zugesprochen wurde, wieder verlieren. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist auch in diesem Fall endgültig. Selbst wenn du nun aber durch das Oberverwaltungsgericht endgültig einen Studienplatz erhalten hast, musst du damit rechnen, ein vollständiges Semester zu versäumen, da bis zu dieser Entscheidung nicht selten sechs und mehr Monate vergehen.

Die Zeit bis zum möglichen Studienbeginn

Zusammengefasst kannst du dich bestenfalls bereits nach zwei Wochen über eine Zusage für einen Studienplatz freuen. In der Regel musst du jedoch davon ausgehen, dass das Verfahren mehrere Monate dauert. Diese Zeit solltest du nutzen, um dennoch bereits Literatur zu beschaffen und zu lesen, dich in den Stoff einzuarbeiten oder mit einem Gasthörerschein einige Vorlesungen zu besuchen. So verlierst du auch bei einem verspäteten Start in das Semester nicht den Anschluss und findest einen ersten Einstieg in dein Wunschstudium.

 

Was ist ein Vergleich bei einer Studienplatzklage?

Der Vergleich als Endpunkt einer Studienplatzklage: Was bedeutet das?

Wenn Du Dich zu einer Studienplatzklage entschlossen hast, handelt es sich dabei um ein zweistufiges Feststellungsverfahren. Anfangs musst Du einen sogenannten außerkapazitären Zulassungsantrag (AKA) bei der Hochschule einreichen, denn der Grund, weshalb du ursprünglich einmal abgewiesen wurdest, lautete, dass die Hochschule nicht genügend Kapazitäten habe, um Dich studieren zu lassen. Der AKA wird in aller Regel abgewiesen.

In der zweiten Stufe kommt es über einen Eilantrag zum gerichtlichen Verfahren. Vor Gericht haben alle Beteiligten wenig Interesse daran, dass es zu einem Urteilsspruch kommt: Du willst studieren, deshalb drängt die Zeit. Außerdem kostet jeder Tag vor Gericht mehr von deinem Geld (oder dem Geld deiner Rechtsschutzversicherung). Die Hochschule fürchtet ihrerseits einen Urteilsspruch, der nachweist, dass sie Studenten zu Unrecht abgelehnt hat. Das Gericht selbst ist angehalten, Urteile zu vermeiden und auf andere Lösungen zu drängen. An dieser Stelle kommt der Vergleich ins Spiel. Dieser wird entweder von der Hochschule oder vom Gericht vorgeschlagen. Schon jetzt sei bemerkt: Für Dich ist es wesentlich besser, wenn die Hochschule den Vergleich anregt.

Ein Vergleich auf Betreiben des Gerichts

Schlägt das Gericht den Vergleich vor, bedeutet dies, sollten alle Parteien zustimmen, dass es deinen Antrag abweist, die Hochschule sich dafür jedoch verpflichtet, weitere Studienplätze anzubieten. So verlockend dies im ersten Moment für Dich scheinen mag, umso problematischer ist es doch in der Realität. Möglicherweise hilfst Du auf diese Weise zwar vielen Studenten, aber nur nicht Dir selbst. Denn die Hochschule weist in diesem Fall die neuen Studienplätze nicht personalisiert zu, sondern verlost diese unter allen Bewerbern, die keinen Platz erhalten haben. Ziehst Du nicht eines der goldenen Lose, hat sich deine Situation faktisch sogar verschlechtert. Du hast keinen Studienplatz, kannst aber auch den juristischen Weg nicht weitergehen, denn gegen einen Vergleich gibt es keine weiteren Rechtsmittel.

Da Du dem Vergleich aber zustimmen musst, sollten Du und Dein Anwalt genau überlegen, ob es das Wert ist. Die Praxis zeigt jedoch, dass ein Gericht dann dazu neigt, diesen Vergleich vorzuschlagen, wenn es dazu tendiert, eigentlich der Hochschule Recht zu geben, aber trotzdem noch weiteren Studenten das Studium ermöglichen möchte. Für Dich hieße so ein Vergleich in diesem Fall, doch wenigstens noch eine Chance zu haben, studieren zu können.

Ein Vergleich auf Betreiben der Hochschule

Bevor es zum Vergleichsvorschlag des Gerichts kommt, sind Studienplatzklagen häufig schon beendet. Denn der Inhalt einer Studienplatzklage ist, dass Dein Anwalt nachweist, dass bei der Berechnung der möglichen Studienplätze durch die Hochschule ein Fehler geschehen ist, weshalb der Ablehnungsbescheid, den Du erhalten hast, nicht rechtens ist. Der Nachweis dieses Fehlers ist leicht, denn die Berechnungen von Studienplätzen sind hoch komplizierte Vorgänge, die sich teilweise an veralteten Kalkulationen orientieren. Gelingt Deinem Anwalt also dieser Nachweis, dürfte die Hochschule bereits hellhörig werden.

Sie bietet in diesem Fall den sogenannten Zulassungsvergleich an. Dies bedeutet, Du ziehst deinen Antrag zurück, dafür bekommst Du Deinen Studienplatz. Losverfahren oder ähnliches gibt es nicht. Du kannst auf jeden Fall studieren, denn, wie auch im obigen Fall gilt hier: Gegen einen Vergleich gibt es keine Rechtsmittel, da alle Parteien zugestimmt haben. Der Zulassungsvergleich ist das häufigste Ergebnis einer Studienplatzklage, denn für Hochschulen ist er meist die letzte Rettung. Sollte das Gericht nämlich einmal zu deinen Gunsten und gegen die Hochschule entscheiden, droht diese Entscheidung zum Präzedenzfall für die Hochschule in diesem Semester zu werden. Denn Universitäten haben in jedem Semester mit einer Vielzahl von Klagen zu kämpfen.

Weitere Vergleichsmöglichkeiten

Häufig bietet sich die Chance, dass Du studieren kannst, ohne dass es zu einem gerichtlichen Vergleich kommen musst. Insbesondere, wenn die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) beteiligt ist, gibt es durch einige Tricks doch einen Weg, Dir einen Studienplatz zu verschaffen. So erhältst Du möglicherweise den Vorschlag, einen freien Studienplatz an einer anderen Universität anzunehmen. Wenn Du damit einverstanden bist, an der anderen Hochschule zu studieren, endet das Verfahren. Solltest Du aber auf Deine Wunschuniversität bestehen, kann Dir mit einem Trick geholfen werden: Deine Chance hört in diesem Fall auf die Bezeichnung Studienplatztausch. Die ZVS versichert Dir einen Studienplatz gegen Deine Bereitschaft, die Klage zurückzunehmen. Anschließend kommt es zu einem Studienplatztausch. Du gibst Deinen Platz an einen Studenten, der an Deiner Wunschuniversität studiert, aber lieber an die Hochschule möchte, an der Du jetzt eingeschrieben bist, dafür erhältst Du seinen Platz an Deiner Wunschuniversität. So müssen die Hochschulen nicht eingestehen, dass Ihre Berechnungen falsch waren und Du hast bekommen, wonach Du verlangt hast.

 

Wie kommst man doch noch zum Studium? Studienplatz einklagen!

Abitur nicht gut genug? Am numerus clausus vorbeigeschrammt? Keine Zulassung für das Studium Deiner Wahl? Kein Grund zu verzweifeln und auf Deinen Traum als Mediziner, Zahnarzt, Psychologe, Wirtschafts- oder Geisteswissenschaftler zu verzichten. Klage doch einfach Deinen Studienplatz ein. Dies ist kein Vergehen, sondern stellt die Wahrnehmung Deiner Grundrechte dar. Alles, was Du dazu wissen musst, findest Du im Folgenden zusammengefasst.

 

Was ist eine Studienplatzklage?

Die Studienplatzklage kann ein Tor sein zu Deinem auf regulärem Wege nicht erreichbaren Studiengang – auch in dem vom numerus clausus beschränkten. Der Gesetzgeber hat nämlich in Artikel 12 I des Grundgesetzes festgelegt, dass jeder deutsche Staatsbürger das Recht auf freie Wahl seiner Ausbildungsstätte hat. Er bildet die rechtliche Grundlage für Deine Klage. Diese unterstellt, dass Universitäten nicht ihre Gesamtkapazitäten bereitstellen, wozu sie aber verpflichtet sind. Das jeweils für sie infrage kommende Verwaltungsgericht prüft dann, ob zusätzliche Studienplätze zur Disposition gestellt werden müssen. Was heißt das konkret?

Jede Hochschule mit zulassungsbeschränkten Studienfächern bietet pro Semester eine bestimmte Zahl an Plätzen an, die unter sämtlichen Bewerbern verteilt werden. Hierbei ist insbesondere die Abiturnote entscheidend. Beispiel: Sind die 100 zur Verfügung gestellten Studienplätze bereits an 100 Bewerber mit dem geforderten numerus clausus von 1,9 verteilt, bleiben Bewerber ab 2,0 außen vor. Im Zuge der Kapazitätsklage wird nun die tatsächliche Studienplatzzahl ermittelt; diese berücksichtigt die Anzahl der späteren Studienabbrecher. Stehen jenen keine Neuzulassungen gegenüber, muss der „Schwund“ in die Ausgangskapazitäten eingerechnet werden. Gelingt der Hochschule der Kapazitätsnachweis nicht, hast Du Anspruch darauf, dass Dir ein weiterer Studienplatz zur Verfügung gestellt wird. Auch entgegen anders lautender Behauptungen kannst Du als Bewerber direkt gegen die Zentrale Vergabestelle (ZVS) vorgehen.

Wie stehen Deine Chancen einer Studienplatzklage?

Diese sind abhängig von Einzelfall, Studiengang, gewünschter Hochschule und der Zahl der Kläger – Du wirst nämlich mit Deinem Anliegen keinesfalls allein dastehen. Im allgemeinen sind sie aber recht gut, insbesondere, wenn Du Dir einen Anwalt nimmst und gleich mehrere Universitäten verklagst: je mehr, desto höher Deine Chancen. Und auch die Größe der Uni ist von Bedeutung: Je kleiner sie ist, desto größer sind hier Deine Aussichten. Ebenso an Hochschulen, die im vorangegangenen Semester aufgrund von Klagen zusätzliche Plätze bereitstellen mussten, diese allerdings nachfolgend wieder herausrechneten. Du kannst auch eine Doppelstrategie fahren. Beispiel: Klage Dich – sofern Dein Berufswunsch Arzt ist, gleichzeitig in Human- und Zahnmedizin ein. So hast Du neben erhöhten Chancen auf einen Studienplatz auch die auf einen späteren Quereinstieg.

Wie verläuft solch ein Verfahren?

Zunächst einmal musst Du bei der gewünschten Universität einen Antrag auf Zuweisung eines Studienplatzes stellen. Bleibt dies ohne Erfolg, suchst Du Dir einen auf Hochschulrecht spezialisierten Anwalt, der sich vielleicht mit der Universität einigen kann, Dir als Kläger einen Studienplatz zur Verfügung zu stellen. Falls nicht, strebe ein Gerichtsverfahren an. Versuchst Du es im Alleingang, musst Du bedenken, dass Dein Antrag – unter Beachtung umfangreicher Fristvorschriften ans jeweilige Gericht gestellt – je nach Bundesland unterschiedlich bearbeitet wird. Dieser juristisch formulierte „Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz“ beschleunigt das Verfahren, so dass Du unverzüglich Deine Zulassung einklagen kannst. Hierbei spricht man von einem „Hauptsacheverfahren“, bei dem das für Dich zuständige Verwaltungsgericht bis zum Ende des jeweiligen Jahres für das Wintersemester und bis Mitte des Jahres für das Sommersemester über die endgültige Zulassung entschieden haben wird. Beachte hier bitte die unterschiedlichen Einschreibefristen; sie können von Bundesland zu Bundesland zeitlich verschoben sein. Keine Sorge: Es gibt spezielle Kurse, die Dir das Nachholen der seit dem regulären Studienanfang versäumten Lehrinhalte ermöglichen.

Wie hoch sind die Kosten einer Studienplatzklage?

Sie können sehr unterschiedlich sein und setzen sich aus den Kosten fürs Gericht, denen der Universität und gegebenenfalls für Deinen eigenen Rechtsbeistand zusammen. Beispiel: In Berlin etwa wird der Streitwert eines einstweiligen Verfügungsverfahrens derzeit mit rund 2500 Euro, der einer entsprechenden Klage mit etwa 5000 Euro berechnet. Bedenken musst Du allerdings: Wenn Du der Hochschule gegenüber den Kürzeren gezogen hast, kann es Dir passieren, dass Du pro Klage auf knapp 1000 Euro Kosten für die Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren sitzenbleiben kannst. Und hast Du etwa zehn Verfahren am Hals, wird es so richtig kostspielig. Dies ist bei Fächern wie Psychologie oder Medizin gar nicht so selten. Erkundige Dich von daher unbedingt vorher, ob Du bei Gericht Prozesskostenhilfe beantragen kannst. In der Regel wird sie bei eigener Bedürftigkeit beziehungsweise der Deiner unterhaltspflichtigen Eltern gewährt. Hierüber ist ein entsprechender Nachweis zu führen. Oder aber Du schließt zuvor eine Rechtsschutzversicherung ab, die ab dem eigentlichen Verfahren die Kosten trägt. Hier solltest Du Dich aber unbedingt zuvor darüber informieren, ob sie Deckungsschutz bei Hochschulstreitigkeiten gewährt. Derart gerüstet sollten Deine Chancen recht gut stehen.

Zusammenfassung

Dein Erfolg ist leider nicht garantiert, dennoch aber vielversprechend. Doch insbesondere an die Kosten solltest Du im Vorfeld denken. Von daher sei Dir angeraten, Dich unbedingt von einem auf Hochschulrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen. Dieser hat in der Regel einschlägige Erfahrungen und gibt Dir neben Tipps zu entsprechenden Universitäten einen Überblick über das, was auf Dich zukommt.

 

 

Welche Risiken gibt es bei einer Klage auf einen Studienplatz?

Die Ablehnungswelle wird gewaltiger denn je

Jedes Semester erhalten viele junge Menschen eine Ablehnung auf ihre Bewerbung für einen Studienplatz. Es bestünden nicht genügend Kapazitäten an der Universitäten und der eigene Notendurchschnitt sei nicht ausreichend, lauten die häufigsten Erklärungen. In den kommenden beiden Jahren wird diese Situation kritischer als jemals zuvor: In einigen Bundesländern greift die Verkürzung des Gymnasiums von 13 auf zwölf Jahre. Die sogenannten doppelten Jahrgänge strömen an die Hochschulen. Fast zeitgleich hat der Gesetzgeber die Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes beschlossen. Etwa 100.000 junge Erwachsene können deshalb zusätzlich sofort an die Universität kommen. Schon jetzt ist klar, dass die Zahl der Studienplatzklagen aufgrund dieser Entwicklungen größer denn je werden wird. Denn die Hochschulen werden einen Großteil der Bewerber ablehnen. Wenn es Dir auch so geht und Du bereits eine Ablehnung erhalten hast oder Du diese fürchtest, wirst Du Dir vermutlich die Frage stellen, was eine Studienplatzklage eigentlich ist und welche Risiken für Dich dabei bestehen. Dieser Text möchte Dir helfen.

Die Studienplatzklage: Ein Feststellungsverfahren

Eine Studienplatzklage fechtet die Aussage der Hochschule oder der ZVS an, es gebe keine weiteren Studienplätze. Stattdessen soll durch das Gericht festgestellt werden, dass es durchaus weitere Kapazitäten zur Ausbildung an den Hochschulen gibt. Der Schlüssel ist die Berechnung der verfügbaren Studienplätze durch die Hochschule selbst. Das Verfahren ist sehr kompliziert, basiert nicht auf einer einheitlichen Grundlage und ist fehleranfällig. Manche Universitäten vergeben außerdem bewusst nicht alle verfügbaren Studienplätze und halten gewisse Kapazitäten zurück. Die Studienplatzklage ist zweistufig. Am Anfang steht der außerkapazitäre Zulassungsantrag (AKA), der direkt an der Hochschule eingereicht wird. Dies ist zwingend. Der AKA wird, das als schlechte Nachricht für Dich, in aller Regel abgelehnt. Danach folgt der Eilantrag (die eigentliche Klage) vor Gericht. Diese, um zur guten Nachricht zu kommen, hat große Erfolgsaussichten. Kann Dein Anwalt einen Fehler bei der Berechnung der Studienplätze nachweisen, wird das Gericht Deinem Antrag zustimmen. Der NC (Numerus Clausus) spielt übrigens bei einer Studienplatzklage keine Rolle. Egal, wie Dein Abischnitt war, von dieser Seite droht keine Gefahr. Die Verfahrensdauer liegt zwischen wenigen Wochen und einem halben Jahr. Grundsätzlich bestehen zwei Risiken für Dich als Antragssteller: Die Kosten und, bei Erfolg Deiner Klage, die gerichtliche Anfechtung durch die Hochschule.

Das Problem der Kosten

Nicht jede Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für eine Studienplatzklage. Selbst wenn die Versicherung zahlt, werden dadurch nur die Kosten für die zweite Stufe des Verfahrens gedeckt. Die erste Stufe rund um den AKA musst Du als Antragssteller aus der eigenen Tasche begleichen. Rein theoretisch ist es möglich, dies ohne juristischen Beistand zu erledigen, doch als Laie kennt man weder die Einreichungsfristen, noch den weiteren Weg vom AKA zum Antrag bei Gericht. Allein für die erste Stufe des Verfahrens werden in der Regel mindestens 500 Euro fällig, die nicht erstattet werden. Ein noch größeres Kostenproblem droht, wenn Du ohne Rechtsschutzversicherung vor Gericht ziehst und unterliegst. In diesem Fall musst Du die gesamten Kosten und Auslagen des Verfahrens tragen. Dies schließt die Kosten der Gegenseite mit ein. Der Start ins Berufsleben beginnt auf diese Weise schnell mit einer gewaltigen Verschuldung. Ohne zahlende Rechtsschutzversicherung ist eine Studienplatzklage ein gewaltiges Risiko, dessen Folgen man genauestens abwägen sollte.

Kannst Du Deinen Studienplatz wieder verlieren?

Deine Studienplatzklage kann auf unterschiedliche Weise enden. Erfreulich für Dich ist dabei, dass Sie nur in der Minderheit der Fälle durch den Urteilsspruch eines Richters ihren Schlusspunkt findet. Hat Dein Rechtsanwalt einen Fehler in der Studienplatzberechnung gefunden, schlägt die Universität häufig einen Zulassungsvergleich vor. Dies bedeutet, Du ziehst deinen Eilantrag zurück (das gerichtliche Verfahren endet somit), dafür gewährt Dir die Hochschule einen Studienplatz. Da einem Vergleich beide Seiten zustimmen müssen, ist es ausgeschlossen, dass Du Deinen Studienplatz nach einem Zulassungsvergleich noch verlierst. Problematischer wird es, wenn das Gericht den Vergleich vorschlägt. In diesem Fall verpflichtet sich die Hochschule weitere Studienplätze anzubieten – Du erhältst aber nicht automatisch einen dieser Plätze. Sie werden verlost. Es ist möglich (und passiert in der Praxis leider häufiger als man denkt), dass Du trotz Vergleichs am Ende keinen Studienplatz hast.

Wenn Du Dich vor diesem Szenario fürchtest, solltest du mit Deinem Rechtsanwalt genau überlegen, nicht doch eine Gerichtsentscheidung zu erzwingen. Siegst Du, hast Du Deinen Studienplatz fast sicher. Die Hochschule kann theoretisch gegen diese Entscheidung in zweiter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht Beschwerde einlegen. Dazu muss die Hochschule detailliert nachweisen, weshalb die erstinstanzliche Entscheidung zu Deinen Gunsten falsch gewesen sein soll. Das Oberverwaltungsgericht muss sich der Meinung der Anwälte der Hochschule anschließen. In diesem Fall hättest Du Deinen Studienplatz verloren, könntest aber selbst wieder Beschwerde einlegen. Praktisch wird es aber ohnehin nur in absoluten Ausnahmefällen dazu kommen, denn der Zeitfaktor spielt für Dich.

Hast Du in erster Instanz gesiegt, kannst Du Dein Studium aufnehmen. Die Entscheidung der zweiten Instanz kostet Zeit, in der Du studierst. Das Oberverwaltungsgericht müsste eine Entscheidung der ersten Instanz kippen und einen Studenten von der Universität nehmen, der bereits ein bis zwei Semester studiert hat (was die Universität Geld kostet). Aus diesem Grund legt die Hochschule nur sehr selten Beschwerde gegen die Entscheidung der ersten Instanz ein und noch geringer sind die Fälle, in denen sich die zweite Instanz auf die Seite der Hochschule schlägt.

 

 

Masterstudienplatz einklagen. Ist das möglich?

Der lang ersehnte Brief von Deiner Hochschule ist endlich im Briefkasten – die Antwort auf Dein Immatrikulationsgesuch. Doch – der Antrag wurde abgelehnt oder verheißt eine Wartezeit von mehreren Semestern, bis Du mit dem Studiengang an Deinem bevorzugten Studienort beginnen darfst. Die Enttäuschung ist jetzt erst einmal groß – verständlicherweise. Doch sobald Du Dich von Deinem Schreck erholt hast, musst Du darüber nachdenken, was Du mit dieser Situation anfangen sollst. Suchst Du Dir einen anderen Studiengang oder einen anderen Ort? Machst Du in der Zwischenzeit eine Ausbildung? Oder kommt sogar eine Klage auf einen Studienplatz in Frage? Diese Variante erscheint zunächst vielleicht verlockend! Was also hat es mit der Klage auf einen Masterstudienplatz auf sich?

Schon im Grundgesetz verankert – Das Recht auf die freie Berufswahl

Grundsätzlich steht uns allen ein im Grundgesetz garantiertes Recht auf die freie Berufswahl zu – und die Studienplatzklage greift letztlich auf dieses Grundrecht zurück.

Eine Studienplatzklage ist formal betrachtet eine Klage gegenüber der Hochschule, die das Ziel hat, die Zahl der verfügbaren Studienplätze zu erhöhen, so dass auch Du noch einen Studienplatz bekommst. Die Klage basiert auf der Erfahrung, dass Hochschulen ihre Kapazitäten immer wieder falsch berechnen und weniger Kapazitäten ausweisen, als sie tatsächlich haben. Eine Studienplatzklage kann vor diesem Hintergrund durchaus gute Aussichten auf Erfolg haben.

Vorteile und Nachteile – Sie erfordern eine sorgfältige Abwägung

Allerdings hat eine Studienplatzklage nicht nur Vorteile, sie hat auch Nachteile. Zwar ist die Klage auf einen Masterstudienplatz heute nichts Außergewöhnliches mehr, denn die zuständigen Gerichte stellen fast regelmäßig fest, dass von den jeweiligen Universitäten nicht genügend Studienplätze pro Semester zur Verfügung gestellt wurden. Und letztlich erhältst Du auf diesem Weg Deinen gewünschten Studienplatz im entsprechenden Studiengang am bevorzugten Studienort. Im Zweifelsfall lassen sich mit der Klage auch die Wartezeiten drastisch verringern.

Doch eine Studienplatzklage bringt Dir auch einige Nachteile. Da sind zunächst einmal die Kosten, die Du vielleicht selbst zahlen musst, wenn Du noch keine Rechtschutzversicherung abgeschlossen hast oder wenn die Versicherung Deiner Eltern die Klage im Verwaltungs- und Hochschulrecht nicht abdeckt. Dann allerdings kannst Du die Kosten bei der Steuererklärung absetzen. Allerdings ist auch im Fall einer Klage der Erfolg keinesfalls garantiert, die Klage kann vielmehr abgewiesen werden. Und letztlich – die vielleicht wichtigste Frage – solltest Du Dir überlegen, warum Dein Immatrikulationsgesuch abgelehnt wurde. Ist Dein NC vielleicht weit von dem entfernt, der erforderlich wäre? Ist der Studienort sehr beliebt? Bist Du überhaupt für den Studiengang geeignet? Welche Möglichkeiten gibt es, die auferlegte Wartezeit sinnvoll zu nutzen? Solche Fragen mögen zunächst unbequem sein, doch sie haben für Dich den Vorteil, dass Du Deinen Studienwunsch noch einmal hinterfragen kannst. Vielleicht ist das Ergebnis am Ende, dass Du Dich doch für einen anderen Studiengang entscheidest, der eben Deinen Zeugnissen etwas eher entspricht.

Falls Du Dich aber für eine Studienplatzklage entscheidest, dann sollte sie richtig vorbereitet werden, damit auch Aussicht auf Erfolg besteht.

Studienplatzklage: ja – Aber bitte richtig

Zunächst solltest Du Dir überlegen, die realistisch eine Studienplatzklage zu gewinnen ist. Wurde der Studienplatz über die ZVS vergeben, sind Deine Chancen relativ gering – das Vergabeverfahren ist so gestaltet, dass der Ablehnungsbescheid kaum angefochten werden kann. Hast Du Deine Immatrikulation direkt über die Hochschule versucht, kann eine Studienplatzklage Aussicht auf Erfolg haben. Auch ist die Größe der Hochschule oder die Größe des Studiengangs von Bedeutung. Üblicherweise hast Du bessere Aussichten auf Erfolg, wenn es sich um eine kleine Hochschule oder einen kleinen Studiengang handelt.

Bleibt als nächstes die Frage nach der Einschaltung eines Anwalts. Natürlich kostet ein Anwalt Geld – doch ein erfahrener Anwalt kennt sich aus mit dem Verfahren der Studienplatzklage, bei dem man leicht Fristen versäumen oder anderen Formfehler machen kann. Dann aber ist die Aussicht auf Erfolg von Beginn an fast Null – eine Erfahrung, die Du Dir ersparen kannst. So gibt es dann auch in jeder Stadt Kanzleien, die auf die Durchführung von Studienplatzklagen spezialisiert sind. Auch kannst Du Dir von der Studierendenvertretung Deiner Hochschule eine entsprechende Kanzlei nennen lassen, die fachlich versiert ist. Wichtig allerdings – bitte nie auf die manchmal hochtrabenden Versprechungen hereinfallen! Lasse Dir bitte handfeste Referenzen geben für die Erfolge, die ein Anwalt im Bereich der Studienplatzklage erzielt hat – nur so kannst Du sicher sein, dass er über ausreichend Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt.

Die eigentliche Studienplatzklage wird in Form eines Widerspruchs gegen den Ablehnungsbescheid geführt mit einem Antrag auf den Erlass einer einstweiligen Verfügung. Es folgt dann ein Erörterungstermin zwischen der Hochschule, dem Verwaltungsgericht und dem Anwalt, in dem die Kapazitätsberechnung offengelegt wird und die Fehler nachgewiesen werden sollen. Auf der Basis der Erläuterungen fällt das Gericht eine Entscheidung – die Entscheidung, ob die Universität weitere Studienplätze – und damit auch einen für Dich – zur Verfügung stellen muss oder nicht.

Eine Studienplatzklage kann also Aussicht auf Erfolg haben und deshalb ein sinnvoller Weg sein, einen Masterstudienplatz einzuklagen.

 

Welche Voraussetzungen gibt es für eine erfolgreiche Einklage des Studienplatzes?

Insgesamt studieren in Deutschland derzeit mehr als zwei Millionen Menschen und auch für die nächste Zeit wird mit steigenden Studentenzahlen gerechnet.

Studierende in Deutschland nach Bundesländern – Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Dennoch erfüllt sich nicht für alle Interessierten der Traum vom Studium. Vor jedem Semesterbeginn finden sie statt der erhofften Zusage einen ablehnenden Bescheid, der die Zukunftspläne für das Studium zerstört. Wenn auch du eine Absage für dein Wunschstudium erhalten hast, gibt es trotzdem Möglichkeiten, doch noch deinen gewünschten Studienplatz zu ergattern. Neben dem Hoffen auf ein Nachrückverfahren zählt dazu auch die Studienplatzklage. Damit deine Klage auf einen Studienplatz erfolgreich ist, müssen allerdings verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.

Die persönlichen Voraussetzungen für eine Studienplatzklage

Da das Recht auf die freie Berufswahl aus dem Grundgesetz (Artikel 12) abgeleitet wird, kannst du nur dann einen Studienplatz einklagen, wenn du im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit bist. Ausnahmen bilden hierbei Bürger aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und sogenannte „Bildungsinländer“, die zwar nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, aber trotzdem ein deutsches Abitur abgelegt haben. Auch in diesen Fällen ist eine Studienplatzklage möglich.

Darüber hinaus musst du berechtigt sein, überhaupt ein Studium an einer deutschen Hochschule aufzunehmen, also über eine Form der Hochschulzugangsberechtigung verfügen. In der Regel bedeutet dies, dass du dein Abitur bestanden hast (Allgemeine Hochschulreife). Auch die Fachgebundene Hochschulreife oder das Fachabitur können dir ein Studium an einer Fachhochschule oder in bestimmten Studienfächern ermöglichen. Je nach Bundesland kann zum Teil auch eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung zur Aufnahme eines Studiums berechtigen.

Ist für die Zulassung zum Wunschstudium neben der Hochschulreife ein zusätzlicher Leistungsnachweis oder Eignungstest notwendig, so kann nur dann auf einen Studienplatz geklagt werden, wenn der Bewerber diesen Nachweis erfolgreich erbracht hat. Möchtest du also beispielsweise ein Sportstudium beginnen, so musst du im Vorfeld auch einen eventuellen Sporttest an der gewünschten Hochschule erfolgreich bestehen, damit eine Klage möglich ist.

Die formalen Voraussetzungen für eine Studienplatzklage

Neben den persönlichen Voraussetzungen gibt es aber auch formale Dinge, die du einhalten musst, wenn du eine Studienplatzklage anstrebst. Wer auf einen Studienplatz klagt, darf nicht bereits früher oder aktuell die Zusage für einen Studienplatz im selben Fach erhalten haben. Hast du dich also bereits früher erfolgreich um einen Platz beispielsweise im Fach Medizin beworben, diesen aber nicht angenommen oder das Medizinstudium wieder abgebrochen, kannst du keinen Studienplatz mehr im Fach Medizin einklagen. Für andere Fächer ist eine Klage aber immer noch möglich. Auch wenn du aktuell einen Studienplatz an einer Hochschule zugesagt bekommen hast, kannst du nicht auf einen Studienplatz im gleichen Fach an einer anderen Hochschule klagen. Wer also Medizin in Würzburg studieren möchte, kann nicht auf einen Studienplatz dort klagen, wenn er dank einer Zusage stattdessen schon das Medizinstudium in Berlin beginnen könnte.

In einigen Fällen ist auch eine vorherige Bewerbung eine Voraussetzung für eine Studienplatzklage. Du musst also fristgerecht eine vollständige und ordnungsgemäße Bewerbung für das gewünschte Studienfach an der jeweiligen Hochschule oder für einige Fächer (z.B. Pharmazie) bei der Stiftung für Hochschulzulassung (früher die ZVS) eingereicht haben. Eine solche Bewerbung ist bisher nicht in allen Fächern und Bundesländern zwingend notwendig. Sie sollte trotzdem vorher erfolgt sein, da immer mehr Gerichte diese Bewerbung und eine darauf erfolgte Ablehnung als eine Grundvoraussetzung für eine Studienplatzklage ansehen.

Bei einer negativen Entscheidung auf die Bewerbung ist vor der eigentlichen Klage nun noch ein weiterer Schritt notwendig, damit eine Studienplatzklage möglich wird. Bei der jeweiligen Hochschule muss ein sogenannter „Antrag auf Zulassung außerhalb der festgesetzten Kapazität“ gestellt werden. Dieser Antrag muss fristgerecht und vollständig bei der Hochschule eingereicht werden. Für den Fall, dass du eine Studienplatzklage gegen mehrere Hochschulen führen willst, muss dieser Antrag an jeder Hochschule einzeln gestellt werden.

Mit einer Ablehnung dieses Antrages kann nun die eigentliche Klage auf den Studienplatz eingereicht werden. Wie auch die Bewerbung auf den Studienplatz und der Antrag auf einen Platz außerhalb der Kapazität muss auch die Klage selbst vollständig und fristgereicht erfolgen. Dies ist die letzte Voraussetzung, die du für eine erfolgreiche Studienplatzklage erfüllen musst. Hierbei unterscheiden sich die Fristen allerdings zwischen den Bundesländern. So ist beispielsweise in Thüringen eine Klage für das folgende Wintersemester nur bis zum 15. Juli des Jahres möglich, in den meisten Bundesländern dauert die Frist aber bis zum 15. Oktober.

Zusammenfassung der Voraussetzungen

Für den Fall, dass sich auch dein Traum vom Studium über eine Klage erfüllen soll, musst du also deutscher Staatsbürger sein oder als Bildungsinländer gelten. Du benötigst zudem eine Form der Hochschulzugangsberechtigung und für bestimmte Studiengänge auch einen bestandenen Eignungstest. Formal darfst du dann nicht bereits einen Studienplatz in deinem Wunschfach erhalten haben. Zudem sind eine reguläre Bewerbung, der Antrag auf einen Studienplatz außerhalb der Kapazität und die eigentliche Studienplatzklage nötig. Diese müssen jeweils vollständig und rechtzeitig eingereicht werden. Werden alle diese Voraussetzungen erfüllt, hast auch du die Chance, mit Hilfe einer Studienplatzklage bald zu den über zwei Millionen Studenten zu zählen und dir dein Wunschstudium doch noch zu ermöglichen.

 

 

Welche Rolle spielt die Abschlussnote?

Abitur bestanden – aber welche Rolle spielt deine Note eigentlich dabei?
Du wirst das folgende Szenario entweder schon kennen oder es wahrscheinlich bald kennen lernen. Das Abitur steht an. Und ob es dabei nach dem Realschulabschluss nur noch zwei oder Jahre bis zur Abiturprüfung sind, die Umstellung läuft ja bekanntlich auf Hochtouren, sei mal dahingestellt. Sicherlich gibst du dein Bestes, um auf dem Weg zur Abiturprüfung und vor allem natürlich in der Prüfung selbst, das bestmöglichste Ergebnis zu erzielen. Doch nicht selten ist der zu meisternde Weg steinig und voller Schwierigkeiten.

Wofür benötigst du das Abitur überhaupt?
Das Abitur selbst bezeichnet eine gewisse Reifeprüfung, die dich generell dazu befähigt, ein Hochschulstudium zu beginnen. Die Zugangsberechtigung, sich nun an einer Universität oder sonstigen Hochschule einzuschreiben, ist jedenfalls nach erfolgreicher Abiturprüfung zunächst einmal erteilt. Als einzige Einschränkung ist hierbei noch anzumerken, dass entgegen den uneingeschränkten Studiumsmöglichkeiten bei normalem Abitur, bei Erwerb des Fachabiturs lediglich das Studieren an Fachhochschulen möglich ist. Das Abitur neben all seinen Kursen umfasst in seiner Abschlussprüfung, je nach Bundesland vier oder fünf Prüfungen. Drei davon sind stets schriftlich, während lediglich die Zahl der mündlichen Prüfungen je nach Bundesland variieren kann. Insgesamt herrscht allerdings, zumindest was die schriftlichen Abiturprüfungen angeht, in 15 von 16 Bundesländern, mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz, das Zentralabitur vor. Bei der Bewertung der schriftlichen Prüfungen müssen sich letztlich der Erst- sowie der Zweitkorrektor einig werden, wobei das Noten bestimmende Verfahren ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist.

Abitur in Deutschland – Zahlen und Fakten
Im Durchschnitt der letzten Jahre machen jährlich 400.000 bis 460.000 Schüler und Schülerinnen ihr Abitur, die Tendenz ist dabei stetig steigend. Dabei ist der Anteil derjenigen Schüler, welche die allgemeine Hochschulreife erwerben bei rund 70 Prozent, der restliche Teil erwirbt demnach die Fachhochschulreife. Etwas mehr als die Hälfte aller Abiturienten in Deutschland, die Mädchen unter euch wird es sicherlich sehr freuen, sind Mädchen. Dies ist die letzten Jahre über mittlerweile schon ein traditioneller Wert. Interessant ist für euch mit Sicherheit auch, wenn ihr einen Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre bezüglich der Abiturienten werft. Waren im Jahre 2004/2005 noch rund 35 Prozent der Schulabgänger mit dem Abitur ausgestattet, so sind es mittlerweile nach neuesten Zahlen bereits fast 50 Prozent im bundesweiten Durchschnitt. Auch hier gibt es allerdings einige Schwankungen zwischen den einzelnen Bundesländern, die durchaus auch mal 20 Prozentpunkte oder mehr betragen können. Hinzu kommt das Ost-West-Gefälle, was immer stärker auseinanderklafft. Nimmt die Zahl der Abiturienten in den westlichen Bundesländern beständig zu, so sind in den östlichen Bundesländern teilweise starke Rückgänge zu verzeichnen. Letzteres basiert vor allem auf den deutlichen Geburtenrückgängen in den neuen Bundesländern.

Folgen der zunehmenden Hochschulabsolventenzahlen 
Bedenkt man nun, dass mittlerweile jeder zweite Schüler in Deutschland das Abitur macht, so ist dies natürlich mit einigen Folgen verbunden. Dabei ist vor allem die Zahl der Studienanfänger, nicht zuletzt auch wegen doppelter Abiturjahrgänge (zeitgleicher Jahrgang G8 und G9) sowie dem Wegfall der Wehrpflicht bei der deutschen Bundeswehr (gültig ab 1. Juli 2011), immens gestiegen. Im letzten Jahr betrug die Zahl der Studienanfänger satte 450.000. Insgesamt sind bereits weit über 2 Millionen junger Menschen an den Universitäten eingeschrieben. Doch obwohl ihr vielleicht die Berechtigung für ein Hochschulstudium habt bzw. gerade auf dem Wege seid, euch dieses Ziel zu erfüllen, so ist euch ein Studienplatz keinesfalls so sicher wie es immer scheint. Vieles liegt dabei beispielsweise an den Hochschulen selbst, da diese entscheiden können, wie viele Studienplatz-Interessenten sie annehmen. Dabei geht es nicht zuletzt auch darum, wie viele Studienplätze die Landesregierungen der jeweiligen Bundesländer bereit sind zu zahlen. Die logische Schlussfolgerung, auf die all das bisher Gesagte hinausläuft und auf die ihr sicherlich auch selbst gekommen wärt, liegt in der zunehmenden Wichtigkeit eurer Abiturnote. Denn wie es historisch betrachtet schon hieß, „Möge der Bessere gewinnen!“ Je mehr Auswahl eine Hochschule an Interessenten hat bzw. je mehr Bewerber es für bestimmte Studiengänge und Studienrichtungen gibt, umso bedeutsamer wird die Note des Abiturzeugnisses. Nicht zuletzt werden bei einem entsprechenden Überangebot an Interessenten Zulassungsbeschränkungen eingeführt (Numerus clausus). Um bei eurem Studienplatz nicht auf der Strecke zu bleiben, ist es generell unheimlich wichtig, eine möglichst gute Abiturnote zu erzielen. Der Notendurchschnitt der bundesweiten Abiturprüfungen liegt übrigens zumeist um einen Wert von 2,5 herum, variiert jedoch sehr stark zwischen den einzelnen Bundesländern und Jahrgängen.

Rolle der Abiturnote bei der Einklagung eines Studienplatzes
Stell dir folgendes Szenario kurz vor: Du möchtest studieren, bestenfalls hast du dich vielleicht sogar schon für einen Studienplatz beworben. Und dann erhältst du wiedererwartend eine Absage. Dabei gilt auf jeden Fall direkt, dass du nicht gleich verzweifelst. Denn das Studium muss nicht mit einer langen Verzögerung beginnen, sondern kann direkt eingeklagt werden. Dein Recht auf freie Berufswahl ist dir laut Grundgesetz garantiert. Die Einklagung eines Studienplatzes hat eine Prüfung der zu vergebenden Studienplätze der ausgewählten Universität zur Folge. Anwälte kennen das Kapazitätsrecht und suchen die Universitäten mit den besten Zulassungschancen heraus. Da de Gerichte in Deutschland fast schon traditionell feststellen, dass innerhalb vieler Studiengänge zu wenig Studienplätze vorhanden sind, sind die Klagen generell sehr vielversprechend. Also geht ruhig diesen Schritt, wenn ihr eine Absage erhalten solltet. Eure Abiturnote ist dabei zunächst einmal zweitrangig. Dennoch gilt im Zweifelsfall stets, dass ein besserer Notendurchschnitt Vorteile gegenüber einem Schlechteren hat. Das Szenario mit den Abiturnoten kommt erst dann zum Tragen, wenn mehr Kläger als freie Studienplätze vorhanden sind. In vielen Städten und Universitäten gibt es für solche Fälle Losverfahren, die sich unabhängig der erzielten Abiturnoten bewegen. Es ist jedoch auch möglich, dass nicht ein Losverfahren, sondern vielmehr die Abiturnoten darüber entscheiden, wer von Euch denn jetzt im besagten Fall den Studienplatz bekommt oder nicht. Hamburg, Kiel, Lübeck und Mainz haben beispielsweise solche Regelungen.

 

 

Gibt es Aussicht auf Erfolg einer Klage?

In der Regel richten sich die Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage nach der Anzahl der eingelegten Klagen sowie nach der Anzahl der Kläger. Bei Erfolg der Klage erfolgt die Vergabe der Studienplätze im so genannten Losverfahren an die Bewerber. Wer schon vorher wissen möchte, ob eine Studienplatzklage Erfolgsaussichten hat, kann dies beim Allgemeinen Studierendenausschuss (kurz AStA) mittels Anfrage zu Erfahrungswerten der vergangenen Jahre in Erfahrung bringen.
Die Erfolgschancen einer Studienplatzklage steigen meist, wenn eine Hochschule trotz erfolgreicher Klagen in der Vergangenheit die Kapazitäten nicht erhöht hat. Auch eine so genannte Parallelklage (Klage gegen mehrere Hochschulen gleichzeitig) kann die Erfolgschancen erhöhen. Hier solltet ihr jedoch bedenken, dass die Kosten der Studienplatzklagen höher ausfallen. Das ist vor allem dann ein Problem, wenn die Studienplatzklage scheitert und ihr als Bewerber die Kosten des Verfahrens von bis zu 2.000 EUR selbst tragen müsst. Bei erfolgreicher Klage muss die Hochschule die Verfahrenskosten zahlen.
Dennoch solltet ihr euch nicht entmutigen lassen, bei einer Ablehnung durch die Hochschule um euren Studienplatz im Wunschfach zu kämpfen.

 

 

 

Funktionsweise der Studienplatzklage

Da gesetzlich nicht festgelegt ist, welche Abiturnote für ein bestimmtes Studienfach benötigt wird, ergibt sich der „numerus clausus“ lediglich aus der Tatsache, dass weniger Studienplätze als Bewerber vorhanden sind. Die Studienplätze werden von Hochschulen in teilweise recht umfangreichen, komplizierten Verfahren errechnet. Bei diesen Berechnungen kommt es in der Regel häufig zu Fehlern.
Zweck einer Studienplatzklage ist es, die entstandenen Fehler nachzuweisen und damit weitere Studienplätze aufzudecken, auf die du als Bewerber einen Anspruch geltend machen kannst.
Ein Anwalt wird für eine Studienplatzklage im Normalfall nicht benötigt, es ist aber dennoch sinnvoll, anwaltliche Hilfe einzuholen. Das liegt vor allem daran, dass je nach Bundesland und auch Universität verschiedene Vorschriften in Bezug auf Frist und Form gelten. Deshalb solltest du schon während des Bewerbungsverfahrens, jedoch spätestens im Widerspruchsverfahren die Fristen der jeweiligen Universität in Erfahrung bringen.

 

 

Warum gibt es derart hohe Anforderungen?

Diese Frage ist eigentlich recht einfach zu beantworten. Es handelt sich dabei um den so genannten „numerus clausus“, der sich aufgrund der Überzahl der Bewerber im Verhältnis zu den vorhandenen Studienplätzen ergibt.