Low-Cost-Carrier in Deutschland
Der Markt der Billigflieger ist in Deutschland relativ heterogen verteilt: Die Liste der Gesellschaften, die um die deutsche Kundschaft werben, gestaltet sich international. Die "Transavia" beispielsweise resultiert aus einer französisch-niederländischen Kooperation der Airlines "KLM" und "Air France". Das Luftfahrtunternehmen "Wizz Air" hingegen hat seinen Hauptsitz in Budapest und beschäftigt sich primär mit Verbindungen in Richtung Balkan und zurück (Bukarest, Sofia, Split). Mit der "Norwegian Air Shuttle" enterte auch ein skandinavisches Unternehmen den deutschen Markt. Oslo, Bergen und sogar das Städtchen im hohen Norden Tromsø gehören zum regelmäßigen Repertoire des norwegischen Low-Cost-Carriers: Die Destinationen werden von Berlin-Schönefeld aus angeflogen.
"EasyJet und Ryanair" stellen einander eine immense Konkurrenz dar. Anzumerken ist hierbei, dass EasyJet einen größeren Anteil in seine Plakat- und Anzeigenkampagnen investiert. Die irische Ryanair wurde 2001 wegen einer Reklameanzeige richterlich abgemahnt: Wegen unlauteren Wettbewerbes sah sich die "Lufthansa AG" damals gezwungen, Maßnahmen einzuleiten. Die Airline mit dem Kranich im Emblem setzte durch, dass die Low-Cost-Carrier den Start- und Landeort in Zukunft genau angeben mussten. Tatsächlich ist es so, dass "Ryanair" nicht die Zentralflughäfen von Frankfurt am Main oder Verona in Italien ansteuert, sondern die etwas abgelegeneren Außenbezirke Hahn und Brescia.
2009 machte "Ryanair" mit der sogenannten "Fat Tax" Furore: Übergewichtige Passagiere sollten entsprechend einer Idee des Dubliner Unternehmens einen Zuschlag zahlen, um die Raumkapazitäten gerechter zu bepreisen. Dieses stieß jedoch bei vielen europäischen Politikern auf Empörung und wurde bislang noch nicht realisiert.
Während die herkömmlichen Fluggesellschaften in den Jahren 2001-2005 hohe Umsatzeinbußen zur Kenntnis nehmen mussten, boomten Billigflüge in dieser Zeit. Wahrscheinlich ist dies auch dadurch bedingt, dass die Low-Cost-Airlines keine Interkontinentalflüge im Programm haben. Auch die hohen Kerosinpreise und die Terroranschläge auf die Twin Towers trugen sicherlich dazu bei, dass in diesem Segment keine Rendite mehr zu erzielen war. Zudem fürchteten viele Fahrgäste die Lungenkrankheit SARS.
Im neudeutschen Sprachgebrauch werden Billigflieger auch als "No Frills" bezeichnet. Dies erklärt sich dadurch, dass Fluggesellschaften wie "Buzz" oder "Germanwings" diverse Zusatzleistungen nicht in ihre Preise mit einschliessen. So müssen zum Beispiel Getränke und Essen auf einer solchen Maschine immer separat an Bord gezahlt werden.


