Einkaufstipps für Mountainbikes

Als Ein- oder Umsteiger in den Radsport steht man als Laie meist auf verlorenem Posten. Vor allem bei Mountainbikes sind die Auswahl und der abschließende Kauf komplizierter denn je. Das liegt vor allem da dran, dass sogar Supermärkte und Tankstellen Mountainbikes verkaufen die optisch den qualitativ hochwertigen Modellen in fast nichts nachstehen. So ist ein kennendes Auge erforderlich, um ein hochwertiges Einsteigermountainbike auch wirklich als eins zu identifizieren. Der Blick auf den Preis sollte dabei nicht täuschen, denn es gibt auch gute Einsteigermountainbikes die preislich in der Nähe der so genannten Supermarktmountainbikes liegen.
Als Spartipp sei vorneweg gesagt, dass vor allem Modelle aus dem vorherigen Modelljahr mit Preisabschlägen von bis zu siebzig Prozent gesegnet sind. Entsprechend kann ein Mountainbike was in der Vorsaison mal tausend Euro gekostet hat gerade einmal ein Jahr später nur dreihundert Euro kosten. Diese Angebote liegen natürlich nicht jedem offensichtlich vor, man muss schon etwas suchen.
Wesentlich für die Zufriedenheit mit einem Mountainbike ist die passende Rahmengröße. Nur ein passendes Bike macht auf Dauer Freude. Die Rahmengröße kann man mit wenigen persönlichen Körperdaten im Internet bestimmen lassen. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn einige Mountainbikes werden mit einer Größenangabe versehen die auf das amerikanische Zollformat zurückzuführen ist und einige Hersteller setzen auf das europäische metrische Maß. Ein Größenrechner, der beide Angaben berechnet ist also am hilfreichsten.
Als nächstes sollte man sich über den Einsatz des Mountainbikes im Klaren sein und entscheiden ob ein Hardtail mit Federgabel reicht oder doch ein teureres voll gefedertes Rad angeschafft werden soll. Die Vorteile eines Hardtail liegen im niedrigeren Gewicht und im günstigeren Preis. Ein gut ausgestattetes Hardtail kostet oftmals soviel wie ein Einsteiger Fullsuspension. Mit einem voll gefederten bzw. Fullsuspension Mountainbike fährt es sich dagegen komfortabler und auf langen Touren entspannter. Allerdings muss man wirklich sagen, dass Fullsuspension Bikes zum gleichen Preis eines Einsteiger Hardtails nicht viel taugen. Mindere Federungs- und Lagerkomponenten nehmen einem schnell den Spaß. Erst ab rund sechshundert Euro kann man mit gutem Wissen von einem tauglichen voll gefederten Mountainbike sprechen.
Die Ausstattung des Mountainbikes ist ein weiterer Faktor, der aber gerne überschätzt wird. Fälschlicherweise schwören viele Radfahrer und auch Radhändler uneingeschränkt auf Produkte eines japanischen Komponentenherstellers. Diese sind ohne Zweifel qualitativ hochwertig, haben aber auch ihren Preis. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Produkte die das gleiche leisten und dabei weniger kosten. Sie sind für einen Laien jedoch schwer zu erkennen. Beim Kauf sollte man sich nicht vom ach so hochwertigen Schaltwerk blenden lassen und lieber auf eine ausgewogene Ausstattung achten. Es ist zum Beispiel viel nützlicher wenn die Bremsen und Hebel gut zur Hand liegen oder wenn das Tretlager leicht sowie geräuschfrei läuft, als das die Hightech Schaltung mit minderwertigen Komponenten kombiniert wird. Die Aufgabe der Schaltung ist minimal im Vergleich zu den ständig beanspruchten Lagern.

Mountainbikekauf Spezial:

Wer sich ein neues Mountainbike kaufen möchte sollte einige grundlegende Tipps beachten:

 

  1. Billige Räder sind selten gut.
    Wer auf Qualität Wert legt, hat auch noch in den nächsten Jahren Spaß an seinem Fahrrad. Räder vom Discounter sind oft nur für die gelegentliche Straßennutzung geeignet, denn schwache Bremsen, billige Federgabeln und schaukelnden Dämpfer sind nicht für den harten Offroad-Betrieb ausgelegt. Wer ein sicheres und robustes Mountainbike haben möchte, sollte sich für bewehrte die Materialien entscheiden und auf jeden Fall vor dem Kauf ausreichend informieren.
  2. Besser schwer als leicht.
    Das Gewicht des Mountainbikes ist auch von entscheidender Bedeutung, denn ein Offroad-Bike muss starke Belastungen aushalten und sollte daher aus robusten und schweren Materialien bestehen.
  3. Unterschiede bei den Vorderradgabeln beachten.
    Einfache Ausführungen, die über Stahlfedern verfügen, haben keine Einstellungsmöglichkeiten. Sie sind zwar robust, aber nicht sehr komfortabel. High-End Ausführungen bieten hingegen viele Einstellungsmöglichkeiten, da sie Luftfedern haben. Für die Bedienung benötigt man aber viel Übung. Man kann sowohl den Druck individuell zum Fahrer einstellen, als auch Federweg und Dämpfungsverhalten abstimmen. Ebenso kann die Federung mit einem Lockout-Schalter auf hart gestellt werden. Das ist hilfreich bei steilen Anfahrten, die stehend in den Pedalen gefahren werden.
  4. Fully oder Hardtail
    Ein weiterer Faktor beim Mountainbike-Kauf ist die Entscheidung zwischen einem Fully (voll gefedertes Mountainbike) oder einem Hardtail (ungefedertes Hinterrad). Hier muss auf das Einsatzgebiet des Fahrers Rücksicht genommen werden. Ein Fully ist von Vorteil bei steinigen und harten Böden. Das gefederte Hinterrad ist schonend für das Bike und für den Körper des Fahrers. Und das Fully bietet mehr Sicherheit bei Downhill-Fahrten und hat mehr Traktion beim Uphill. Der Vorteil des Hardtails hingegen ist, dass es leichter und robuster ist.
  5. Scheibenbremsen.
    Beim Kauf eines Mountainbikes für den Offroad-Einsatz sind Scheibenbremsen zu empfehlen. Anders als bei Felgenbremsen kommt man mit Scheibenbremsen selbst bei viel Matsch zum Stehen.


Für welches Rad man sich entscheidet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber wichtig ist: Im Vorfeld ausreichend informieren, auf Sicherheit und Qualität achten und sich beim Kauf Zeit zu nehmen!