Hochbegabung - was ist das?

Menschen mit Hochbegabung sind anders. Oft verstehen sie sich selbst nicht – und werden auch nicht verstanden. Sie suchen und sie fragen: warum? Manche haben schon aufgehört zu fragen. Resignation gehört eben auch zu diesem Thema.

Gut. Ich bin anders, werden Sie vielleicht denken – aber: hochbegabt?

In der Literatur (v. Scheidt, 2005) gibt es Hypothesen über die Verteilung und Ausprägungen von Hochbegabung:

  1. Die erste Gruppe der Hochbegabten (rund 1/3) lebt zufrieden und erfolgreich mit der Begabung.
  2. Die zweite Gruppe der Hochbegabten (rund 1/3) wird als „latent“ bezeichnet – trotz Begabung kommen die Menschen nicht (richtig) voran.
  3. Die dritte Gruppe der Hochbegabten (rund 1/3) wird als ‚Underachiever’ bezeichnet. Sie verweigern – aus ihrer Sicht aus gutem Grund – Begabungen und Talente.


Wenn von Hochbegabung gesprochen wird, sind oft die intellektuellen Fähigkeiten gemeint. Aber Hochbegabung ist viel mehr. Heller (2000) spricht von folgenden Begabungsfaktoren:

 

  • Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische usw.)
  • Sozial-emotionale Fähigkeiten
  • Musisch-künstlerische Fähigkeiten (malen, fotografieren, bildhauern)
  • Musikalische Fähigkeiten (Gesang, Klavier, Gitarre, Geige usw.)
  • Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, usw. Kreativität)
  • Psychomotorische Fähigkeiten (Tennis spielen, Formel 1, Tanz usw.)
  • Praktische Intelligenz


Manche Hochbegabte sind in einigen Fächern/Bereichen manchmal weniger begabt und zweifeln dann insgesamt an ihrem Können. Manche dieser Menschen haben eine sehr lange Pubertätsphase und fragen sich: werde ich überhaupt nicht erwachsen? (Was in mancher Hinsicht auch ein Vorteil sein kann.)

Ein auffallendes Problem ist der Selbstzweifel vor dem Hintergrund des tiefen inneren „Wissens“ oder der Intuition: Ich weiss, dass ich etwas ganz Besonderes kann bzw. : Ich weiss, dass ich etwas ganz besonders (gut) kann. Oft steht dahinter: aber was? Oft fehlt dann die Einsicht oder auch der Mut zum nächsten Schritt – zur nächsten Frage: aber was konkret? Oder auch: wer kann mir dabei helfen?