Schilddrüsenerkrankung
Eine Schilddrüsenerkrankung ist sehr schnell zu erkennen. Sichtbare Zeichen hierfür sind z.B.:
· typische Schwellungen bei einem Kropf (Struma)
· hervortretende Augäpfel (Morbus Basedow)
· teigige Austreibungen der Haut an den Schienbeinen (Myxödeme)
· unverhältnismäßiges Schlankbleiben bei normalem bis überdurchschnittlichen Essverhalten
Die Schilddrüse ist ein sehr wichtiges Körperorgan. Sie steuert den Hormonhaushalt. Alle Erkrankungen, die mit einer Störung des Hormonhaushaltes einhergehen, können zu unterschiedlichsten Beschwerden führen. Es passiert allerdings häufiger, dass bei auftretenden Symptomen zuerst an andere Erkrankungen gedacht wird. Im schlimmsten Fall denkt man erst zu allerletzt an eine Erkrankung der Schilddrüse.
Bei folgenden Symptomen sollten Sie sich bei Ihrem Arzt nach einer Schilddrüsenerkrankung untersuchen lassen:
· Nervosität
· Schwindel
· Übelkeit
· Herzrasen
· Kalter Schweiß
· Augenbeschwerden (Brennen, Tränen, Trockenheit oder Doppeltsehen)
· Depressionen und oder Stimmungsschwankungen, für die keine anderen Ursachen gefunden werden
Ihr Arzt kann durch Ultraschall, Bluttests, Abtasten, Computertomografie und Kernspintomografie herausfinden, ob Ihre Schilddrüse erkrankt ist.
.
Bei Menschen über 45 Jahren kommt es häufiger vor, dass sie Knoten in der Schilddrüse haben. Man unterscheidet hier kalte Knoten und heiße Knoten.
Die Hormonproduktion eines heißen Knotens verläuft zumeist unkontrolliert und führt meist zu einem Zuviel an Hormonproduktion. Bei einem kalten Knoten liegt eine mangelnde Hormonproduktion vor. Diese wird i.d.R. vom Restgewebe ausgeglichen. Allerdings kann ein kalter Knoten bösartig sein oder zu einem späteren Zeitpunkt bösartig werden. Die Wahrscheinlichkeit hierbei liegt zwischen 3 und 10 Prozent. Es ist daher absolut notwendig abklären zu lassen, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Knoten handelt. Regelmäßige Kontrollen sind unbedingt nötig. Darüber hinaus sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob eine prophylaktische Entfernung des Knotens sinnvoll ist.
Anzumerken sei auch noch, dass Schilddrüsenerkrankungen zu Autoimmunerkrankungen führen können. Eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen ist Hashimoto-Thyreoiditis. Diese führt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse (der Morbus Basedow (Überproduktion der Schilddrüsenhormone)). Bei Morbus Basedow wird häufig eine Radioiod-Strahlentherapie vorgenommen. Diese zeigt bei wiederholter Anwendung eine Erfolgschance von 100%. Eine medikamentöse Behandlung dagegen kann mehrere Monate dauern.
Handelt es sich bei Ihnen evtl. um eine leichte Schilddrüsenerkrankung, so kann schon eine Nahrungsumstellung hilfreich sein. Ihr Arzt berät sie hier gerne.
Bei schwereren Fällen kommt man um eine Operation zur Entfernung von krankem oder überschüssigem Gewebe nicht herum. Ob dies notwendig ist oder nicht besprechen Sie in aller Ruhe mit Ihrem Arzt. Heutzutage sind Schilddrüsenoperationen meist Routineeingriffe. Restrisiken bleiben wie bei jeder Operation. Bei einer Schilddrüsenoperation können allerdings noch die Stimmbandnerven verletzt werden
