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25.03.2010 20:00 Alter 2 Jahre Rubrik: Unterhaltung_D 742

Scientology wehrt sich gegen ARD-Film "Bis nichts mehr bleibt"

25.03.2010 Die Scientology Kirche Deutschland hat sich gegen den ARD-Film "Bis nichts mehr bleibt" gewehrt. Mit einer eigenen 40-minütigen Gegendokumentation wolle die Organisation ihre Sichtweise darstellen, sagte Deutschlandsprecher Jürg Stettler am Donnerstag in Hamburg.


©  ddp



Hamburg (ddp-nrd). Die Scientology Kirche Deutschland hat sich gegen den ARD-Film "Bis nichts mehr bleibt" (31. März, 20.15 Uhr) gewehrt. Mit einer eigenen 40-minütigen Gegendokumentation wolle die Organisation ihre Sichtweise darstellen, sagte Deutschlandsprecher Jürg Stettler am Donnerstag in Hamburg. Der "einseitige" ARD-Film sei "Teil einer Kampagne gegen Scientology und stelle die Kirche absichtlich negativ" dar. Damit verletze der Sender Programmrichtlinien. Der zuständige SWR-Fernsehfilmchef Carl Bergengruen wies die Vorwürfe auf ddp-Anfrage zurück: Der Film sei "keine einseitige negative Darstellung", sondern beruhe auf einer "sehr präzisen Recherche".

Mit dem geheim gedrehten 90-Minüter zeigt die ARD den ersten Spielfilm, der die Organisation Scientology beim Namen nennt und thematisiert. Darin verändert sich das Leben einer Familie, als der Vater (Felix Klare) sich zum Ausstieg bei Scientology entschließt. Seine Frau (Silke Bodenbender) bleibt mit der gemeinsamen Tochter bei der Organisation, und ein erbitterter Sorgerechtsstreit beginnt.

Bergengruen zufolge hat der Autor und Regisseur Niki Stein monatelang mit Experten und Aussteigern gesprochen und auch innerhalb von Scientology recherchiert. "Mehrere reale Fälle sind Ausgangslage für den Film gewesen, der aber selbst fiktiv ist", sagte Bergengruen. "Bis nichts mehr bleibt" sei keine politische Gesamtanalyse von Scientology, sondern erzähle, wie einzelne Menschen unter der Organisation gelitten hätten.

Laut Scientology lehnt sich der Film an die Erlebnisse eines Hamburger Aussteigers an. Dessen geschiedene Ehefrau und der Sohn werden in der Gegendokumentation interviewt. Die Autoren von "Bis nichts mehr bleibt" hätten nie mit Scientologen gesprochen, sagte Stettler. Viele Vorkommnisse seien entweder völlig überzeichnet und übertrieben dargestellt. Stettler zufolge stammen die Informationen einzig von unzufriedenen Ex-Mitgliedern und der Leiterin der Hamburger Arbeitsgruppe Scientology, Ursula Caberta, die zugleich als Fachberaterin für den Film agierte.

So richtet sich Scientologys Kritik insbesondere gegen die Scientology-Expertin, weshalb die Organisation eine Schadensersatzklage gegen die Stadt Hamburg anstrebt. Caberta soll immer wieder "falsche Aussteigergeschichten" präsentiert haben. Gegen die ARD will Scientology nicht rechtlich vorgehen.

Die 40-minütige Gegendokumentation will Scientology ab kommenden Mittwoch ins Internet stellen. Bundesweit hat die Organisation nach eigenen Angaben 12 000 bekennende Mitglieder.

(ddp)


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