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Deutsches "Glücks-BIP" hinkt der Konjunktur hinterher
- 15.12.2009 Das Glück der Deutschen ist schwankend und trotz Wirtschaftskrise zeigt die Kurve derzeit nach oben. Das hat der Münsteraner Wirtschaftswissenschaftler Ulrich van Suntum herausgefunden, der im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstmals ein "Glücks-Bruttoinlandsprodukt (BIP)" errechnete, das in Berlin vorgestellt wurde. "Wir wollen damit einen ergänzenden Indikator anbieten, der als Grundlage für politische Entscheidungen dienen kann", erklärte Max Höfer, Geschäftsführer der INSM.
![]() Spielende Kinder © Clemens Bilan |
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Das "Glücks-BIP" ergänzt die klassischen Wohlstandsfaktoren wie Einkommen und Vermögen durch Indikatoren wie Arbeitsplatzsicherheit, Einkommensverteilung, Gesundheit und Familienstatus. Der neue Index zeigt, dass Wirtschaftswachstum nicht automatisch mehr Lebenszufriedenheit bedeutet: Trotz steigender Wirtschaftsleistung hat sich das Lebensglück in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre nicht erhöht, in Westdeutschland ist es sogar leicht gesunken. Die Glückskurve der Deutschen schlug im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte immer wieder nach oben und unten aus.
So markieren die Jahre 1997 und 2004 relative Tiefpunkte, während 2001 die Lebenszufriedenheit einen Höhepunkt erreichte. Dieses Muster folgt der eigentlichen Konjunktur mit etwa einem Jahr Zeitverzögerung. So hat sich die Wirtschafts- und Finanzkrise bis 2008 nicht negativ auf die Lebenszufriedenheit ausgewirkt, weil der Einbruch im Arbeitsmarkt bisher nicht eingetreten ist.
Ein steigendes Einkommen wirkt sich zwar glückssteigernd aus, allerdings konnte in der Studie kein Beleg dafür gefunden werden, dass die zunehmende Einkommensungleichheit unglücklich macht. "Materielle und soziale Sicherheit werden um so wichtiger, je besser es den Menschen bereits geht", erklärte van Suntum. Private Vorsorge leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag, so ist privates Wohneigentum ein Glücksfaktor, der darüber hinaus auch das gesellschaftliche Engagement und die sozialen Bindungen fördert.
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