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Mit Atemmaske zurück zum ruhigen Schlaf
ddp_hessen - Frankfurt/Main (ddp-hes). Konzentriert beobachtet Lucia Montatoti die Atmungskurve der Patientin auf Schlafplatz vier. 13 Linien auf dem Monitor geben der 21-jährigen Arzthelferin unter anderem einen Überblick über di ...
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ddp_hessen - Frankfurt/Main (ddp-hes). Konzentriert beobachtet Lucia Montatoti
die Atmungskurve der Patientin auf Schlafplatz vier. 13 Linien auf
dem Monitor geben der 21-jährigen Arzthelferin unter anderem einen
Überblick über die Atmung, die Augenbewegungen und die
Sauerstoffsättigung des Blutes der Schlafenden. Seit zwölf Jahren
gibt es das Schlaflabor im Krankenhaus im Frankfurter Stadtteil
Sachsenhausen. Vor zwei Jahren ist das Zentrum ausgebaut worden. Es
ist nun mit zehn Beobachtungsplätzen neben dem Schlaflabor der
Universität Marburg das größte Hessens.
In dieser Nacht sind neun Plätze belegt, vier der Patienten sind
zum ersten Mal da. In den meisten Fällen besteht ein Verdacht auf das
Schlafapnoe-Syndrom, also wiederkehrende Atemstillstände während des
Schlafs. Es seien immer die Partner, die Schlafstörungen bemerkten,
da Apnoen mit Schnarchen einhergingen, sagt Montatoti. Nach einer
Diagnosenacht müssen die Patienten noch mindestens ein weiteres Mal
im Labor schlafen, um die Atemtherapie abzustimmen. So kommt das
Krankenhaus Sachsenhausen auf rund 2000 Beobachtungen pro Jahr.
An 19 Punkten sind die Patienten verkabelt, zusätzlich können die
Arzthelfer auf Monitoren überprüfen, ob sich Elektroden, das
Schnarchmikrofon oder das Gerät zur Messung der Nasenatmung gelöst
haben. Zwischen 2.00 und 3.00 Uhr früh haben die Patienten ungefähr
drei Stunden Schlaf hinter sich. Lucia Montatoti und ihr Kollege
Marko Weidensdorfer stellen die Kameras bei den Diagnosepatienten nun
von der Ganzkörperansicht auf den Kopfzoom um. So können sie die
Elektroden im Gesicht überprüfen.
Bei einem Blick auf den Bildschirm der Patientin an Schlafplatz
vier erkennt Montatoti um 2.08 Uhr, dass die Sauerstoffversorgung
schlechter geworden ist. Die Patientin ist in dieser Nacht zum
zweiten Mal im Schlaflabor. Nachdem bei ihr in der Beobachtungsnacht
das Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert wurde, soll sie von nun an
jede Nacht ein Atemtherapiegerät tragen. In dieser Nacht passt die
Arzthelferin das Gerät an. Sie erhöht nun den Druck des Gerätes auf
zehn Millibar, so dass die Halsmuskulatur die Spannung hält und die
Atmung erleichtert.
«Man kann eigentlich alles vom PC aus machen», erläutert
Weidensdorfer. Ziel sei es, die Patienten beim Schlafen möglichst
wenig zu stören. «Ich würde reingehen, wenn der Sensor an der Nase
abgeht oder die Maske vom Gesicht rutscht», sagt der 20-jährige
Pflegehelfer. Im Durchschnitt müsste zweimal pro Nacht jemand in die
Schlafräume, um etwas zu korrigieren. In dieser Nacht ist allerdings
alles ruhig, und die beiden Nachtwachen können alle Anpassungen über
die Fernbedienung an den Computern vornehmen.
Nicht zuletzt wegen der aufwendigen Technik im Schlaflabor ist die
Beobachtung kostspielig. Eine Nacht kostet 800 Euro. Deshalb verlange
jede Krankenkasse eine Voruntersuchung, sagt Montatoti. Inzwischen
werden die Termine sechs Monate im Voraus vergeben, die Nachfrage ist
enorm gestiegen. «Als ich vor einem Jahr angefangen habe, waren es
noch zwei Monate», erläutert die 21-Jährige.
(ddp)
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