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05.01.2009 11:40 Alter 3 Jahre Rubrik: Hessen 430

Mit Atemmaske zurück zum ruhigen Schlaf

ddp_hessen - Frankfurt/Main (ddp-hes). Konzentriert beobachtet Lucia Montatoti die Atmungskurve der Patientin auf Schlafplatz vier. 13 Linien auf dem Monitor geben der 21-jährigen Arzthelferin unter anderem einen Überblick über di ...


ddp_hessen - Frankfurt/Main (ddp-hes). Konzentriert beobachtet Lucia Montatoti

die Atmungskurve der Patientin auf Schlafplatz vier. 13 Linien auf

dem Monitor geben der 21-jährigen Arzthelferin unter anderem einen

Überblick über die Atmung, die Augenbewegungen und die

Sauerstoffsättigung des Blutes der Schlafenden. Seit zwölf Jahren

gibt es das Schlaflabor im Krankenhaus im Frankfurter Stadtteil

Sachsenhausen. Vor zwei Jahren ist das Zentrum ausgebaut worden. Es

ist nun mit zehn Beobachtungsplätzen neben dem Schlaflabor der

Universität Marburg das größte Hessens.


In dieser Nacht sind neun Plätze belegt, vier der Patienten sind

zum ersten Mal da. In den meisten Fällen besteht ein Verdacht auf das

Schlafapnoe-Syndrom, also wiederkehrende Atemstillstände während des

Schlafs. Es seien immer die Partner, die Schlafstörungen bemerkten,

da Apnoen mit Schnarchen einhergingen, sagt Montatoti. Nach einer

Diagnosenacht müssen die Patienten noch mindestens ein weiteres Mal

im Labor schlafen, um die Atemtherapie abzustimmen. So kommt das

Krankenhaus Sachsenhausen auf rund 2000 Beobachtungen pro Jahr.


An 19 Punkten sind die Patienten verkabelt, zusätzlich können die

Arzthelfer auf Monitoren überprüfen, ob sich Elektroden, das

Schnarchmikrofon oder das Gerät zur Messung der Nasenatmung gelöst

haben. Zwischen 2.00 und 3.00 Uhr früh haben die Patienten ungefähr

drei Stunden Schlaf hinter sich. Lucia Montatoti und ihr Kollege

Marko Weidensdorfer stellen die Kameras bei den Diagnosepatienten nun

von der Ganzkörperansicht auf den Kopfzoom um. So können sie die

Elektroden im Gesicht überprüfen.


Bei einem Blick auf den Bildschirm der Patientin an Schlafplatz

vier erkennt Montatoti um 2.08 Uhr, dass die Sauerstoffversorgung

schlechter geworden ist. Die Patientin ist in dieser Nacht zum

zweiten Mal im Schlaflabor. Nachdem bei ihr in der Beobachtungsnacht

das Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert wurde, soll sie von nun an

jede Nacht ein Atemtherapiegerät tragen. In dieser Nacht passt die

Arzthelferin das Gerät an. Sie erhöht nun den Druck des Gerätes auf

zehn Millibar, so dass die Halsmuskulatur die Spannung hält und die

Atmung erleichtert.


«Man kann eigentlich alles vom PC aus machen», erläutert

Weidensdorfer. Ziel sei es, die Patienten beim Schlafen möglichst

wenig zu stören. «Ich würde reingehen, wenn der Sensor an der Nase

abgeht oder die Maske vom Gesicht rutscht», sagt der 20-jährige

Pflegehelfer. Im Durchschnitt müsste zweimal pro Nacht jemand in die

Schlafräume, um etwas zu korrigieren. In dieser Nacht ist allerdings

alles ruhig, und die beiden Nachtwachen können alle Anpassungen über

die Fernbedienung an den Computern vornehmen.


Nicht zuletzt wegen der aufwendigen Technik im Schlaflabor ist die

Beobachtung kostspielig. Eine Nacht kostet 800 Euro. Deshalb verlange

jede Krankenkasse eine Voruntersuchung, sagt Montatoti. Inzwischen

werden die Termine sechs Monate im Voraus vergeben, die Nachfrage ist

enorm gestiegen. «Als ich vor einem Jahr angefangen habe, waren es

noch zwei Monate», erläutert die 21-Jährige.


(ddp)



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