17.11.2008 07:40 Alter 3 Jahre Rubrik: Politik_D 136

Zwei deutsche Soldaten bei Sprengstoffanschlag verletzt

ddp_politik - Berlin/Kundus (ddp). Bei einem neuen Terroranschlag im Norden Afghanistans sind am Sonntag zwei Bundeswehrsoldaten der Schnellen Eingreiftruppe (QRF) verletzt worden. Wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Sonntagabend in Berlin mi ...


ddp_politik - Berlin/Kundus (ddp). Bei einem neuen Terroranschlag im Norden

Afghanistans sind am Sonntag zwei Bundeswehrsoldaten der Schnellen

Eingreiftruppe (QRF) verletzt worden. Wie Verteidigungsminister Franz

Josef Jung (CDU) am Sonntagabend in Berlin mitteilte, wurde ein

Soldat leicht, der andere schwer verletzt. Der Schwerverletzte sei

aber außer Lebensgefahr. Er solle am Montag nach Deutschland

ausgeflogen werden. Die Soldaten seien mit mehreren geschützten

Fahrzeugen in einem Konvoi zum nördlichen Stützpunkt der Bundeswehr

in Kundus gefahren. Der Sprengstoffanschlag sei in der Provinz

Baghlan verübt worden. Die aufständischen Taliban bekannten sich

telefonisch zu dem Attentat.

Zunächst hatte es geheißen, ein Selbstmordattentäter sei in die

Kolonne gefahren. Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in

Potsdam mitteilte, war der Sprengsatz in einem Auto am Straßenrand

deponiert und explodierte in dem Augenblick, als die Soldaten in

ihrem Transportpanzer des Typs «Fuchs» südlich von Kundus

vorbeifuhren. Es habe nicht festgestellt werden können, ob sich

jemand in dem Auto befunden hat. Jung sagte, der Anschlag zeige

erneut, wie angespannt die Sicherheitslage besonders im Raum Kundus

sei.

Aus westlichen Geheimdienstkreisen erfuhr die Nachrichtenagentur

ddp, dass die Taliban «offensichtlich mit dem Anschlag beweisen

wollten, dass sie auf die im Norden Afghanistans stationierte

Bundeswehr eine Winteroffensive eröffnen wollen». Die bisher im Süden

Afghanistans verübten Anschläge auf Amerikaner, Niederländer und

Kanadier würden sich, «so wie es aussieht, jetzt schwerpunktmäßig in

den Norden des Landes verlagern», sagte ein Geheimdienstler ddp in

der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Der Angriff ereignete sich gegen 10.20 Uhr Ortszeit (6.50

deutscher Zeit). Die Region gilt als Hochburg der radikal-islamischen

Taliban. Die verletzten Soldaten der Patrouille erhielten nach

Angaben der Bundeswehr unmittelbar nach dem Anschlag Erste Hilfe von

einem begleitenden Arzt. Der Polizeichef der Provinz Baghlan hatte

mitgeteilt, bei dem Anschlag sei ein Zivilist getötet worden. Zwölf

weitere afghanische Zivilisten seien verletzt worden, unter ihnen

auch Kinder.

Erst Mitte Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban

in der Nähe der Stadt Kundus zwei Bundeswehrsoldaten und fünf Kinder

getötet worden. In Afghanistan sind seit dem Beginn der kriegerischen

Auseinandersetzungen 2001 nach offiziellen Angaben mehr als 1000

Soldaten der internationalen Truppen getötet worden. Bei den

Einsätzen der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF kamen

bislang 30 deutsche Soldaten ums Leben.

(ddp)


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