Zwei deutsche Soldaten bei Sprengstoffanschlag verletzt
ddp_politik - Berlin/Kundus (ddp). Bei einem neuen Terroranschlag im Norden Afghanistans sind am Sonntag zwei Bundeswehrsoldaten der Schnellen Eingreiftruppe (QRF) verletzt worden. Wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Sonntagabend in Berlin mi ...
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ddp_politik - Berlin/Kundus (ddp). Bei einem neuen Terroranschlag im Norden
Afghanistans sind am Sonntag zwei Bundeswehrsoldaten der Schnellen
Eingreiftruppe (QRF) verletzt worden. Wie Verteidigungsminister Franz
Josef Jung (CDU) am Sonntagabend in Berlin mitteilte, wurde ein
Soldat leicht, der andere schwer verletzt. Der Schwerverletzte sei
aber außer Lebensgefahr. Er solle am Montag nach Deutschland
ausgeflogen werden. Die Soldaten seien mit mehreren geschützten
Fahrzeugen in einem Konvoi zum nördlichen Stützpunkt der Bundeswehr
in Kundus gefahren. Der Sprengstoffanschlag sei in der Provinz
Baghlan verübt worden. Die aufständischen Taliban bekannten sich
telefonisch zu dem Attentat.
Zunächst hatte es geheißen, ein Selbstmordattentäter sei in die
Kolonne gefahren. Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in
Potsdam mitteilte, war der Sprengsatz in einem Auto am Straßenrand
deponiert und explodierte in dem Augenblick, als die Soldaten in
ihrem Transportpanzer des Typs «Fuchs» südlich von Kundus
vorbeifuhren. Es habe nicht festgestellt werden können, ob sich
jemand in dem Auto befunden hat. Jung sagte, der Anschlag zeige
erneut, wie angespannt die Sicherheitslage besonders im Raum Kundus
sei.
Aus westlichen Geheimdienstkreisen erfuhr die Nachrichtenagentur
ddp, dass die Taliban «offensichtlich mit dem Anschlag beweisen
wollten, dass sie auf die im Norden Afghanistans stationierte
Bundeswehr eine Winteroffensive eröffnen wollen». Die bisher im Süden
Afghanistans verübten Anschläge auf Amerikaner, Niederländer und
Kanadier würden sich, «so wie es aussieht, jetzt schwerpunktmäßig in
den Norden des Landes verlagern», sagte ein Geheimdienstler ddp in
der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Der Angriff ereignete sich gegen 10.20 Uhr Ortszeit (6.50
deutscher Zeit). Die Region gilt als Hochburg der radikal-islamischen
Taliban. Die verletzten Soldaten der Patrouille erhielten nach
Angaben der Bundeswehr unmittelbar nach dem Anschlag Erste Hilfe von
einem begleitenden Arzt. Der Polizeichef der Provinz Baghlan hatte
mitgeteilt, bei dem Anschlag sei ein Zivilist getötet worden. Zwölf
weitere afghanische Zivilisten seien verletzt worden, unter ihnen
auch Kinder.
Erst Mitte Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban
in der Nähe der Stadt Kundus zwei Bundeswehrsoldaten und fünf Kinder
getötet worden. In Afghanistan sind seit dem Beginn der kriegerischen
Auseinandersetzungen 2001 nach offiziellen Angaben mehr als 1000
Soldaten der internationalen Truppen getötet worden. Bei den
Einsätzen der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF kamen
bislang 30 deutsche Soldaten ums Leben.
(ddp)
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Afghanistan - Deutsche Soldaten schossen aus FurchtAnschlag auf deutsche Patrouille Am 16. November 2008










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