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Maoistische Rebellen töten in Indien 75 Sicherheitskräfte
06.04.2010 Die maoistische Guerilla in Indien hat den blutigsten Angriff auf Sicherheitskräfte seit Beginn ihrer Rebellion Ende der 60er Jahre verübt. Bei dem Überfall im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh starben nach Behördenangaben 75 Polizisten. Die Regierung in Neu Delhi verurteilte die Tat scharf.
![]() Versorgung eines verletzten indischen Sicherheitsbeamten © AFP |
Wie das Innenministerium mitteilte, lockten die linksgerichteten Rebellen eine Patrouille der Reservepolizei CRPF im Dschungel in einen Hinterhalt und attackierten sie. Zur Unterstützung herangerufene Einheiten wurden von den Aufständischen den Angaben zufolge mit schwerem Geschütz unter Feuer genommen. Die 75 Sicherheitskräfte seien in den Gefechten und durch Minen ums Leben gekommen, hieß es. Sieben weitere Polizisten seien verletzt worden.
Innenminister P. Chidambaram verurteilte die Tat. Die zeige die "wilde Natur" und die "Brutalität" der Rebellen, sagte er vor Journalisten. Die Polizisten seien "in eine Falle geraten".
Die maoistischen Rebellen, die auch Naxaliten genannt werden, setzen sich nach eigenen Angaben für die Belange benachteiligter Bevölkerungsschichten und landloser Bauern ein. In zahlreichen Untergruppen kämpfen Schätzungen zufolge bis zu 20.000 Rebellen. Sie gingen 1967 aus einer Bauernbewegung im Bundesstaat Westbengalen hervor und sind mittlerweile in 20 der insgesamt 29 Bundesstaaten aktiv. In den vergangenen Jahrzehnten kamen dabei tausende Menschen ums Leben.
Regierungschef Manmohan Singh bezeichnete die maoistische Guerilla als größte Bedrohung für die nationale Sicherheit neben den radikalislamischen Kämpfern. Ende 2009 startete die Regierung eine "Grüne Jagd" getaufte Offensive gegen die Rebellen, um sie aus ihren Hochburgen zu vertreiben. Als Reaktion verstärkten die Maoisten in den vergangenen Monaten ihre Angriffe.
Mitte Februar töteten die Rebellen bei einer spektakulären Attacke auf ein Lager der Polizei 25 Menschen, darunter mehrere Beamte. Rund 20 Aufständische waren auf Motorrädern durch das Lager im Osten Indiens gerast, hatten das Feuer eröffnet und mehrere Landminen gezündet. Der bislang schwerste Rebellenangriff fand im März 2007 statt, als 55 Polizisten in Chhattisgarh getötet wurden.
© AFP
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